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Warum Zucker nicht nur dick macht....

Enjoy Tai Chi - Innere Ruhe und äußere Gelassenheit!
Veröffentlicht von Birgit Siemssen in Ernährung · 13 Februar 2020
sondern auch dumm!
Ohne Zucker und Fett geht es nicht; beides sind Geschmacksträger und schmecken muss es ja schließlich auch, das gesunde Essen! ABER: Die Dosis macht das Gift.

Warum zu viel Zucker uns dumm macht
Im Durchschnitt ist jeder Deutsche pro Tag 100 Gramm Zucker. Das entspricht etwa 33 Zuckerwürfeln.
 
Zu viele Kohlenhydrate machen nicht nur dick, sondern schädigen das Herz und lassen das Gehirn schrumpfen. Ärzte warnen vor übermäßigen Konsum. Trotzdem essen viele Deutsche viel zu viel Zucker.
  
Margaret Morris ließ ihre Probanden eine Woche lang nur essen, was eine durchschnittliche Cafeteria im Angebot hat. Croissants und Donuts, Käsestangen und Sandwiches, alles ziemlich zucker- und fettreich. Kein Problem, die Speisen kamen gut an. Nach einer Woche sollten die Probanden einige Denkaufgaben lösen. Da begannen die Schwierigkeiten. Morris erforscht an der University of New South Wales in Australien, wie sich die Abläufe in den Gehirnen von Übergewichtigen und Diabetikern verändern. Die Neuropharmakologin arbeitet dabei stets mit Ratten.
 
Nachdem sich die Versuchstiere mit dem Cafeteria-Futter vollgefressen hatten, bekamen sie die Aufgabe, Orte wiederzuerkennen oder Objekte zu finden, die von Morris und ihren Kollegen verrückt worden waren. Die Tiere sollten ihr Erinnerungsvermögen unter Beweis stellen. Für Ratten ist das normalerweise kein Problem, sie sind Orientierungskünstler. Diesmal gelang ihnen wenig.
 
„Als wir ihre Gehirne untersuchten, fanden wir massive Entzündungen im Hippocampus“, sagt Morris, „also genau in jenem Hirnareal, das beim räumlichen Erinnern eine zentrale Rolle spielt.“ Morris vermutete, dass das am Zucker lag.

Es gibt ein „Zuviel“ an Zucker
Zu viel Zucker macht Menschen übergewichtig, zersetzt ihre Zähne und kann den gefährlichen Typ-2-Diabetes auslösen. Die Spätfolgen der Stoffwechselkrankheit reichen bis zu Sehstörungen und dem Verlust von Gliedmaßen. Doch damit sind längst nicht alle möglichen Zuckerschäden aufgezählt.
 
Studien fördern immer mehr Gefahren zutage. Zu viel Zucker schädigt demnach auch das Herz. Und lässt das Gehirn schrumpfen.

 
Das Gehirn nimmt Schaden
Die Indizien dafür, dass Zucker auch dem Gehirn von Menschen schaden kann, häufen sich. Forscher der Berliner Charité baten 141 gesunde Senioren zu einem Test, bei dem sie 15 Wörter eine halbe Stunde lang im Gedächtnis behalten sollten. Teilnehmer mit viel Zucker im Blut erinnerten sich an durchschnittlich zwei Wörter weniger, ihr Hippocampus war kleiner und schlechter strukturiert als der der Probanden mit niedrigerem Blutzuckerspiegel.
  
  • Die WHO empfiehlt max. 6 Teelöffel Zucker pro Tag
  • „Wir brauchen Zucker so wenig wie Zigaretten“
   
In einer englischen Studie fühlten sich Kinder nach einem süßen Frühstück zwar wach und selbstbewusst, doch ihre tatsächlichen Lernleistungen ließen nach. Die Erinnerungszentrale im Gehirn von Menschen wie Ratten wird von zu viel Zucker lahmgelegt.

Zucker macht das Herz krank
Auf eine Überdosis Zucker reagiert das Gehirn fast wie auf eine Vergiftung. So werden nur noch wenige Proteine für die Neubildung von Nervenzellen und Synapsen aktiviert, und der Hippocampus reagiert schlechter auf das Hormon Insulin, sodass es keinen Zucker mehr einschleusen kann. Beide Mechanismen verhindern einerseits, dass aktive Hirnzellen sich im Rausch des Zuckerüberflusses erschöpfen.
 
Andererseits stoppen sie die Zuckerzufuhr so entschieden, dass am Ende die aktive Hirnmasse, vor allem im Lernzentrum, deutlich schrumpft. Das könnte auch erklären, warum man unter Demenzpatienten viele Menschen findet, die große Zuckervertilger sind.
 
Ist Krebs eine Folge des Zuckerkonsums?
 Lewis Cantley von der Harvard Medical School in Boston ist sogar der Ansicht, dass sich ein Drittel aller Krebsfälle in Europa und den USA durch maßvollen Zuckerkonsum vermeiden ließe. Das ist bislang aber nur eine Hypothese. „Dass viele Krebsarten besonders oft bei Diabetikern auftreten, ist statistisch solide belegt“, sagt Cantley. Und dass Krebszellen viel Zucker für ihren Tempostoffwechsel brauchen, gilt ebenfalls als sicher. Möglicherweise profitieren sie also von einer allzu zuckerlastigen Ernährung.
 
Eine weltweite Epidemie haben Kekse, Kuchen, süße Frühstücksflocken und Limonaden längst ausgelöst. Die chronisch süße Ernährung der Gegenwart hat den Typ-2-Diabetes zu einer Massenerkrankung gemacht. Früher nannte man diese Form des Diabetes auch „Alterszucker“. Inzwischen behandeln Ärzte schon Vorschulkinder, die sich den Blutzuckerspiegel verdorben haben. In den letzten Jahren ist zwar klar geworden, dass auch Faktoren wie Bewegungsmangel, Erbgut und Übergewicht den Krankheitsverlauf beeinflussen. Doch zuvor desensibilisiert der übermäßige Zucker den Körper für Insulin und hebelt dadurch die Blutzuckerkontrolle aus.

Deutsche essen 100 Gramm Zucker pro Tag
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, dass nicht mehr als zehn Prozent der Kalorien, die ein Erwachsener am Tag zu sich nimmt, aus Süßem stammen sollten. Noch besser sei es, mit fünf Prozent Zucker auszukommen, das entspricht etwa 25 Gramm.
 
Von diesem Wert sind die Menschen fast überall auf der Welt weit entfernt. In Deutschland und den USA vertilgen Erwachsene etwa 100 Gramm Zucker pro Tag. In Australien und Brasilien sind es etwa 160 und in Kuba sogar mehr als 200 Gramm. Die Menschen essen viel mehr Süßes, als sie essen sollten. Das liegt zum einen daran, dass Zucker ein enormes Abhängigkeitspotenzial hat. Und zum anderen daran, dass die Lebensmittelindustrie genau dieses Potenzial geschickt zu nutzen weiß.

 Zuckersucht wird untersucht
Viele Jahrtausende lang war Zucker für Menschen nicht leicht zu bekommen. Dass süße Speisen ständig verfügbar sind, ist evolutionär gesehen eine ziemlich neue Entwicklung. Das Gehirn, das eine gewisse Menge Zucker benötigt, reagiert immer noch euphorisch auf den Stoff. Wenn Süßes in den Verdauungstrakt gelangt, werden die Belohnungssysteme im Hirn aktiv.
 
Was passiert im Körper bei Zuckerkonsum?
Es kommt zur Ausschüttung von Dopamin, das für eine kurzfristige Befriedigung sorgt, die aber bald vom Verlangen nach noch mehr Zucker abgelöst wird. Der Übergewichtsforscher Robert Lustig von der University of California vergleicht Zucker deshalb mit Nikotin und anderen Drogen: „Wir können nicht genug davon kriegen.“ Wenn man Laborratten erst mit zuckerhaltiger Kost füttert und plötzlich damit aufhört, zeigen sie Symptome wie bei einem Heroinentzug.
 
Die Verführungskunst des Zuckers für den Menschen besteht auch darin, dass er appetitdämpfende Geschmackssignale, etwa Bitteres, überdeckt. „Alles wird genießbar, wenn man genug Zucker darüberstreut“, sagt Lustig. Wer ein Lebensmittel verkaufen will, muss es nur mit Zucker anreichern.
 
Die Lebensmittelindustrie nutzt diese Erkenntnis. Nicht nur Marmelade und Nusscreme, sondern auch Würste, Ketchup, Räucherlachs, Käsecremes oder Salzstangen werden ordentlich gezuckert. Auch die Hersteller von vermeintlich gesunden Bio-Produkten machen mit. Eine Studie der Universität Hohenheim prüfte Müslis und Frühstücksflocken für Kinder, allesamt mit Bio-Siegel versehen. Pro 100 Gramm fanden die Forscher im Durchschnitt 22,5 Gramm Zucker. Damit bekommt ein Kind beim Frühstück schon mehr Zucker, als die WHO für einen ganzen Tag empfiehlt – für Erwachsene.

Zuckerersatz - Welche Alternativen gibt es?
Einige Produkte werben mit der Aufschrift „ohne Kristallzucker“ oder „zuckerreduziert“, doch sind diese automatisch besser? In einigen Fällen ist die Bezeichnung schlicht irreführend. Anstelle des Haushaltszuckers werden häufig Glukosesirup, Fruktose, Dextrose, Invertzucker, Maltodextrin verwendet. Letztlich lassen all diese Zuckerarten den Blutzucker in die Höhe schießen und wirken sich nicht gerade positiv auf die Gesundheit aus. Es gibt jedoch auch einige Alternativen zum Zucker, die den Blutzucker weniger stark beeinflussen und eher empfehlenswert sind.

 
Xylit, Stevia, Ahornsirup und Kokosblütenzucker
Neben synthetischen Süßungsmitteln (als Süßstoff bekannt) gibt es auch natürliche Altenativen. Xylit, auch Birkenzucker genannt, hebt den Blutzuckerspiegel kaum an. Ein guter Nebeneffekt ist die entzündungshemmende Wirkung des Stoffes. Laut wissenschaftlicher Studien soll sich Xylit auch positiv auf die Zahngesundheit auswirken.
 
Stevia gibt es in unterschiedlichen Varianten, ob als getrocknete Blätter, Flüssigextrakt oder Tabs. In jedem Fall ist die Süßkraft sehr viel höher als bei normalem Zucker. Besonders gut eignet sich Stevia zum Süßen von Getränken und Desserts.
 
Kokosblütennektar wird aus dem Blütennektar der Kokospalme gewonnen. Er besitzt einen niedrigen glykämischen Index, wodurch der Blutzuckerspiegel wenig belastet wird. Der Geschmack erinnert leicht an Karamell, was Speisen und Getränken eine besondere Note verleiht.
 
Ahornsirup beinflusst zwar Insulin- und Blutzuckerspiegel, jedoch nicht ganz so stark wie Haushaltzucker. Auch der Sirup besitzt einen leichten Karamellgeschmack.


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Birgit Siemssen ist Ausbilderin und Lehrerin für Tai Chi Chuan. Eingetragen bei der Bundesvereinigung für Taijiquan und Qigong Deutschland e.V.
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